IN SAND GESCHRIEBEN… meine Arbeiten nenne ich so,
weil ich diese Bilder tatsächlich
wie in Sand geschrieben habe…
dazu gibt es auch ein herrliches Gedicht von Hermann Hesse.

Mit Sand und Farbe arbeite ich direkt auf der Leinwand.
Sie gehen quasi eine Liaison ein. Völlig ohne Pinsel, dafür aber mit Maurerkelle und Spachtel entsteht der Untergrund.
Das Handwerkliche gepaart mit dem Künstlerischen fasziniert mich sehr und meine Bilder haben eine intensive Haptik.
Die grafischen Strukturen drucke ich mit Holz oder Pappe.
Eine dünne Lasurschicht legt sich am Ende sanft und beruhigend in und über die Strukturen.
Ein Prozess mit allen Sinnen.

Meine Bilder aus Rost und Acryl habe ich FERRUXIDE genannt und sie versinnbildlichen auf künstlerische Art die Vergänglichkeit und die Lebensfreude und vielleicht sogar die perfekte Symbiose von beiden. Wer weiß es schon so genau?

Meine hier gezeigten MachArten sind alles Unikate.
Bei Interesse an meinen Arbeiten nehmen Sie mit mir
Kontakt auf, so erfahren Sie mehr über meine Bilder und
ihre Geschichte.

Lassen Sie sich inspirieren… ich freu mich auf Sie.

Ihre Kerstin Kell

2021

In Sand geschrieben  ~Hermann Hesse~

Daß das Schöne und Berückende
Nur ein Hauch und Schauer sei,
Daß das Köstliche, Entzückende,
Holde ohne Dauer sei:
Wolke, Blume, Seifenblase,
Feuerwerk und Kinderlachen,
Frauenblick im Spiegelglase
Und viel andre wunderbare Sachen,
Daß sie, kaum entdeckt, vergehen,
Nur von Augenblickes Dauer,
Nur ein Duft und Windeswehen,
Ach, wir wissen es mit Trauer.
Und das Dauerhafte, Starre
Ist uns nicht so innig teuer:
Edelstein mit kühlem Feuer,
Glänzendschwere Goldesbarre;
Selbst die Sterne, nicht zu zählen,
Bleiben fern und fremd, sie gleichen
Uns Vergänglichen nicht, erreichen
Nicht das Innerste der Seelen.
Nein, es scheint das innigst Schöne,
Liebenswerte dem Verderben
Zugeneigt, stets nah am Sterben,
Und das Köstlichste: die Töne
Der Musik, die im Entstehen
Schon enteilen, schon vergehen,
Sind nur Wehen, Strömen, Jagen
Und umweht von leiser Trauer,
Denn auch nicht auf Herzschlags Dauer
Lassen sie sich halten, bannen;
Ton um Ton, kaum angeschlagen,
Schwindet schon und rinnt von dannen.
So ist unser Herz dem Flüchtigen,
Ist dem Fließenden, dem Leben
Treu und brüderlich ergeben,
Nicht dem Festen, Dauertüchtigen.
Bald ermüdet uns das Bleibende,
Fels und Sternwelt und Juwelen,
Uns in ewigem Wandel treibende
Wind- und Seifenblasenseelen,
Zeitvermählte, Dauerlose,
Denen Tau am Blatt der Rose,
Denen eines Vogels Werben,
Eines Wolkenspieles Sterben,
Schneegeflimmer, Regenbogen,
Falter, schon hinweggeflogen,
Denen eines Lachens Läuten,
Das uns im Vorübergehen
Kaum gestreift, ein Fest bedeuten
Oder wehtun kann. Wir lieben,
Was uns gleich ist, und verstehen,
Was der Wind in Sand geschrieben.